…des Pfarrers neue Kleider
Promotion
Eine Kulturgeschichte der spätmittelalterlichen liturgischen Gewänder aus St. Martini in Braunschweig
Heute stehen sie schweigend im Herzog Anton Ulrich-Museum, die aus kostbarer Seide und regionaler Wolle gefertigten liturgischen Gewänder, die einst die priesterlichen Leiber während der Messe in St. Martini (Braunschweig) bekleideten. Nach der Reformation vergessen und in einem Schrank in der Sakristei der Kirche eingemauert, wurden sie dort 1836 als große Sensation wiederentdeckt. Folgt man mithilfe der erhaltenen sakralen Kleidung den Menschen, die diese im späten Mittelalter gestiftet, getragen, verwahrt, gepflegt, aber auch zerstört haben, eröffnen sich komplexe Objektbiografien. Das Vorhaben geht diesen Biografien nach und erforscht den Raum, in dem die Kleidung stattfand, die Handlung, die mit und an ihnen vollzogen wurde, sowie deren Materialität. Damit wird der Kontext rekonstruiert, in dem die liturgischen Gewänder einst verwendet wurden – nämlich im prallen Leben in und um St. Martini in der Braunschweiger Altstadt.
Betreuer: Prof. Dr. Joseph Imorde, Kunstgeschichte Kunstwissenschaft, Weißensee Kunsthochschule Berlin
Zelebrierender Geistlicher mit Messgewand, um 1480, Gregorsmesse Ulmer Münster, Meister der Ulmer Hostienmühlen
Messgewand der Familie van dem Kerkhove aus St. Martini in Braunschweig, Herzog Anton Ulrich-Museum
Die St. Martinikirche am Braunschweiger Altstadtmarkt, um 1750, Stich von A.A. Beck, Stadtarchiv Braunschweig
Messgewand der Familie van dem Kerkhove aus St. Martini in Braunschweig, Herzog Anton Ulrich-Museum
Urkunde zur Altarstiftung der Familie von Vechelde in St. Martini, Stadtarchiv Braunschweig