Das was bleibt
Forschungsprojekt
*in Arbeit*
…Rezepte eines Lebens auf losen Zettelchen/ mahnende Briefe an den Sohn aus den 1960er Jahren / dem heiligen Ercolano geweihte Ästchen, die gegen Pest und Unwetter helfen / Aluminiumtöpfe / eine Urkunde von Papst Johannes Paul II zur Diamantenen Hochzeit / unzählige sorgfältig verwahrte Gläser und Plastiktüten / Schuhe, die zur Hochzeit des Sohnes getragen wurden / Teller mit Kirschendekor / Rosenkränze / Kristallgläser / ein vom Besitzer über 60 Jahre in der Musikkapelle gespieltes Horn / Rechnungen des familieneigenen kleinen Obst- und Gemüselädchens im Dorf aus den Jahren 1974 und 1975…
Was bleibt vom Leben eines verstorbenen Ehepaares, nachdem die Angehörigen die Wohnung mehrmals durchgesehen haben? Sie danach immer noch komplett eingerichtet und samt den verbliebenen Objekten zum Kauf angeboten wird? Was bleibt von einer fast 70 Jahre währenden Ehe, die sich im engen Radius eines Dorfes abspielte? Was erzählen die verbliebenen Dinge über das Leben der einstigen Besitzer*innen und darüber hinaus? Was lässt sich anhand dieser rekonstruieren?
Das freie Projekt untersucht, wie sich ausgehend von den genannten Fragestellungen an der Grenze von Mikrogeschichte, materieller Kultur und Fotografie neue Erkenntnisse und ästhetische Sichtweisen generieren lassen.
Fotos: Frank Schinski